Die letzte Woche hatten wir Gäste aus England hier, die OPC jedes Jahr besuchen. Gemeinsam haben wir einige Dörfer nahe der burmesischen Grenze besucht. Hier leben einige Waisenkinder, die HIV-positiv sind und von anderen Familienmitgliedern oder Dorfbewohnern adoptiert wurden.

Im ersten Dorf haben wir eine ältere Frau besucht, die zwei HIV-Waisenkinder adoptiert hat, sie sind 10 und 12 Jahre alt und ihre Eltern sind vor 2 Jahren an AIDS gestorben. Sie ist 65 Jahre alt und lebt alleine mit den Kindern. Sie macht sich vor allem große Sorgen um die Zukunft der beiden Kinder, falls sie in ein paar Jahren zu alt und zu schwach sein wird, um sich um die Kinder zu kümmern. Dennoch versucht sie ihr bestens und will auch, dass die Kinder weiterhin die Schule besuchen.
Wir haben auch noch andere Familien besucht, und diverse Güter wie Instantnudeln, Speiseöl, Seife, Zahnbürsten, Zahnpasta, Shampoo verteilt.
Besonders dramatisch fand ich auch die Situation in der letzen Familie. Die Mutter hier ist über 50 Jahre alt, ihr Ex-Mann ist bereits an AIDS verstorben. Er war davor auch verheiratet und hat ein Kind mit in die Ehe gebracht. Dieses Kind ist HIV-positiv und die Stiefmutter ebenfalls infiziert. Vor kurzem hat sie einen sehr jungen Mann geheiratet, es ist davon auszugehen, dass auch er bereits infiziert ist. Das Virus verbreitet sich sehr schleichend hier, es gibt keine offiziellen Zahlen und ich frage mich, wie viele Menschen überhaupt wissen, dass ein tödlicher Virus in ihnen schlummert. Es gibt hier nur wenig Aufklärung, aber auch wenn es sie gibt, ist das für die Menschen hier nur schwer verständlich. Sie kommen aus einer anderen Kultur, Kondome sind ihnen völlig fremd und außerdem, von welchem Geld sollen sie diese bezahlen?

So ein großes Problem….und keine Lösung dafür, so viel Hoffnungslosigkeit und auch so viel Sinnlosigkeit, dass ich oft nicht mehr weiß wie ich weitermachen soll, wo ich beginnen soll.
Aber die Kinder von OPC geben mir immer Kraft. Letztens habe ich mich gefragt, wie es sein wird wenn ich sie in 10 Jahren wieder treffe und ich hoffe wirklich, dass sie eine bessere Zukunft haben als ihre Eltern. Ich werde mein bestes versuchen……….

Für die kurze Zeit die ich noch hier bin, plane ich einige Dinge für OPC und die Kinder anzuschaffen. Dazu zählt die Einrichtung einer kleinen Bibliothek. Hier sollen die Kinder die Möglichkeit haben verschiedene Bücher auszuleihen. Ich habe auch schon einige Spiele besorgt und einfach Brettspiele zusammen mit den Kindern gebastelt. Diese Spiele können ebenfalls ausgeborgt werden. Außerdem soll auch sportliches Material (Fußball, Federball, Volleyball usw.) verfügbar sein.
In den Schlafräumen gibt es momentan keine Schränke für die Kinder, bei 23 Kindern ist es klar, dass es deswegen oft sehr unordentlich ist. In den nächsten Tagen werde ich deswegen große Boxen anschaffen die, die Kinder für ihre privaten Dinge und Kleidung verwenden können.

Es geht mir nicht mehr nur um die Grundbedürfnisse dieser Kinder, sie haben auch das Recht auf ein menschenwürdiges Dasein, auf ein bisschen mehr Lebensqualität. Sie haben das Recht Kinder zu sein und unbesorgt aufzuwachsen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen.